Informationen zum Thema Hygiene, Trinkwasser und Badewasser
Mikrobiologie des Trinkwassers

150 Jahre Schutz vor Infektionskrankheiten durch Trinkwasser

Buch beim Oldenbourg Industrieverlag erschienen

Wasser stellt eine unverzichtbare Grundlage für alle Lebewesen – Menschen, Tiere und Pflanzen – dar. Die menschliche Gesundheit kann jedoch nicht nur dadurch geschädigt werden, dass nicht genug Wasser zur Verfügung steht, sondern auch durch gesundheitlich unzuträgliche chemische Wasserinhaltsstoffe oder Krankheitserreger. Hinweise, dass es durch Wasser zu Erkrankungen kommen kann, gab es bereits im klassischen Altertum. Die tatsächlichen Ursachen waren aber nicht bekannt. Erst mit dem Ausgang der Renaissance setzte die naturwissenschaftlich gesicherte Suche nach Ursache und Wirkung von Erkrankungen ein.

1855 veröffentlichte John Snow, britischer Anästhesist und Epidemiologe, seine Untersuchungen über die Ausbreitung der Cholera durch Brunnenwasser in London. Damit legte Snow vor rund 150 Jahren durch seine sorgfältigen Erhebungen die Grundlage zum Schutz vor Trinkwasserepidemien. Den nächsten entscheidenden Schritt zur Vermeidung von Epidemien durch Wasser lieferte Robert Koch mit seinen experimentellen Untersuchungen zur Cholera anlässlich einer Forschungsreise 1883/1884 nach Ägypten und Indien.

Infektionskrankheiten stellen trotz vieler medizinischer Fortschritte weiterhin eine große Gefahr für die Gesundheit des Menschen dar. Die Übertragung von Krankheitserregern mit dem Wasser durch zentrale Wasserversorgungen führt nicht nur zu einer Gesundheitsgefährdung für den Einzelnen, sondern weil viele Menschen gleichzeitig betroffen sein können, kann sogar das Sozialgefüge oder die Wirtschaftskraft einer Stadt oder einer Region nachhaltig gestört werden.

Die in 150 Jahren gesammelten Erfahrungen haben gezeigt, dass zur Vermeidung einer Übertragung von Krankheitserregern mit dem Trinkwasser hohe Anforderungen an die Gewinnung, Aufbereitung, Verteilung und Überwachung des Wassers gestellt werden müssen.

Verwesung,der mikrobielle Abbauprozess menschlicher Leichen

Verwesung, der mikrobielle Abbauprozess menschlicher Leichen

und seine Bedeutung für den Öffentlichen Gesundheitsdienst, Hygiene, Friedhofswesen, Bodenkunde, Rechtsmedizin und Kriminologin

Buch beim Shaker Verlag bestellbar

Die Verwesung menschlicher Leichen ist ein aktiver mikrobieller Abbauprozess und verläuft analog zur Verrottung von Tierkadavern oder Pflanzenmaterial. Dieser Prozess ist eingebettet in den allgemeinen Kohlenstoffzyklus (Kohlenstoffkreislauf, Carbon cycle) der Natur. Der Stoffwechsel der Mikroorganismen, der zum Gewebeabbau führt, wird durch die Umgebungsbedingungen entscheidend beeinflusst und kann stark verzögert oder sogar gestoppt werden. Hetertrophe Mikroorganismen nutzen bei der Leichenzersetzung das menschliche Gewebe zum Aufbau zelleigener Substanzen und zur Energiegewinnung. Beide Prozesse, Aufbau zelleigener Substanzen und Energiegewinnung, müssen parallel nebeneinander ablaufen, sonst ist ein vollständiger Gewebeabbau nicht möglich. Das Gewebe einer menschlichen Leiche kann innerhalb von zehn Jahren vollständig zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut werden, wenn es nicht auf Grund der Umgebungsverhältnisse zu einer Hemmung des mikrobiellen Stoffwechsels kommt. Unter ungestörten Umgebungsverhältnissen bleiben nur die Knochen und Mineralien zurück.

INCERE (International Cemetery Research)

Im Jahr 2010 gründeten Friedhofsexperten und Wissenschaftler aus Norwegen und Deutschland eine Arbeitsgruppe, um Erfahrungen zum Thema „Verwesungsstörungen auf Friedhöfen“ auszutauschen. Ihre Homepage INCERE ist seit kurzem online.

100 Jahre Desinfektion des Schwimmbadwassers mit Chlor

Neue Veröffentlichung 100 Jahre Desinfektion des Schwimmbadwassers mit Chlor ist im AB Archiv des Badewesens erschienen und steht auch hier zum download zur Verfügung.

Translation in English is now available: 100 Years Disinfection of Swimming Pool Water with Chlorine

Hygiene

Hygiene ist die Lehre von der Erhaltung der menschlichen Gesundheit und seiner Umwelt. Die Bezeichnung Hygiene geht auf Hygieia (Ὑγίεια), die griechische Göttin der Gesundheit, zurück. 1851 wurde von Fr. Oesterlen das erste deutschsprachige Lehrbuch der Hygiene mit dem Titel „Handbuch der Hygiene für den Einzelnen wie für eine Bevölkerung“ herausgegeben. Damit ist das Ziel der Hygiene – individueller sowie allgemeiner Gesundheitsschutz – umfassend beschrieben. Die menschliche Gesundheit soll speziell durch Krankheitserreger oder chemische Stoffe aus der Luft, dem Wasser oder durch Lebensmittel geschützt werden. Verhaltensmaßregeln zur Erhaltung der Gesundheit finden sich allerdings auch bereits im Talmud, der Bibel und im Koran. Der Versuch die menschliche Gesundheit durch besondere Maßnahmen zu schützen, ist nicht neu. Die Themen, mit denen sich die Hygiene seit ihren Anfängen auf der Basis naturwissenschaftlich-medizinischer Erkenntnisse beschäftigt, haben sich immer wieder geändert. Einige Themen sind dauerhaft aktuell geblieben und prägen das Bild des Faches „Hygiene“ maßgeblich. Das breit gefächerte Spektrum der Themen hat es mit sich gebracht, dass das Fach nicht mehr von einem einzelnen Vertreter umfassend abgedeckt werden kann.

Beratung und Gutachten in den Bereichen:

Trinkwasserhygiene

Badewasser

Friedhofswesen